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Ins Blaue – eine künstlerische Expedition

So schnell kann es gehen - Unsere Katha hat es geschafft - Bachelor of Arts - Grafik & Kommunikationsdesign

Mit Ihrer Abschlussarbeit zeigt Katha, was sich alles hinter einer Farbe verbirgt, was sie auslöst und fühlen lässt.

Zu diesem Anlass haben wir Katha gebeten, etwas über Ihre Abschlussarbeit zu schreiben und bei kopfstand zu hinterlassen.

 

Warum das Thema „Blau“?

 

Der erste Tag im Kindergarten. Man isst gemeinsam und jeder sucht sich einen Becher aus.
Das ist der Moment, in dem entschieden wird. Diese Verbindung hält ewig.

 

Nun mag es bei einem der Becher sein, bei anderen war es der Garderobenhaken, die Lieblingsjogginghose oder die Handtuchfarbe. Ich brauche euch wohl nicht zu sagen, welche Farbe mein Becher hatte. Seit diesem Tag ist Blau meine Farbe. Mein erster Schulrucksack war blau – mit Orkas. Mein Lieblingsfach war Mathe – mit blauem Hefter.

 

Später dann wird nicht mehr so augenscheinlich gezeigt, was die eigene Farbe ist. Man trägt gedecktere Farben, kauft Klamotten so, dass sie mit den anderen Teilen im Schrank kombinierbar sind. Dann sind es die Kleinigkeiten, die diese Verbindung zeigen. Der Schlüsselanhänger, die Handyhülle oder die kuscheligste Decke auf dem Sofa. Klar gibt es auch hier Ausnahmen, denen ihre Farbe deutlich anzusehen ist: Das Auto meines Bruders ist gelb. Welche Farbe hatte sein Becher?

 

Jetzt widme ich dieser Verbindung ein Buch. Ein Buch, in dem meine Beziehung zu dieser speziellen Farbe auf viele verschiedene Weisen dargestellt wird. Wie in jeder Beziehung hatte ich während des laufenden Prozesses gute und schlechte Tage. Gute und schlechte Zeiten. Manchmal hasse ich Blau. Ich hasse es so sehr, wie ich Krümel auf dem Fußboden hasse, wenn ich barfuß laufe. Oder die leere Milchpackung, die mein Bruder früher zurück in den Kühlschrank gestellt hat. Aber die guten Tage! Die sind alles wert. Wenn Blau für mich mehr ist als nur Farbe. Wenn es die Freiheit ist und alles was man sieht, wenn man mit dem Rücken auf dem Rasen liegt. Wenn es Geborgenheit ist, man ins Wasser abtaucht und sich mit nichts und niemandem auseinandersetzen muss. Wenn ich das tiefe Blau bin, ruhig wie ein See ohne Lufthauch oder stürmisch wie ein Hurrikan.

 

Dann liebe ich das Blau.

 

Und vielleicht geht es nicht nur mir so. Vielleicht ist Blau auch die Farbe von anderen. Ganz sicher sogar. Für diese Menschen ist dieses Buch. Oder für solche, die Blaue Menschen kennenlernen wollen. Wie wir ticken. Und unter Umständen erfährst du dabei auch etwas über dich selbst. Wie du tickst.


Aber als Erstes solltest du dich fragen:

Welche Farbe hatte dein Becher?

 


Recherche-Prozess

 

Ganz objektiv gesehen ist Blau Licht mit den Wellenlängen von 440 – 485 nm, das von unseren Zapfen, die Teil der rückwändig liegenden Netzhaut des Auges sind, als Impulse an das Gehirn weitergeleitet wird. Spezifischer sind die sogenannten S-Zapfen (S=Short) hauptsächlich für die „blauen“ Wellenlängen zuständig. Diese eine von drei Zapfenarten, die bei uns Menschen bekannt sind, absorbiert die blauvioletten Wellenlängen von 420 bis 455 nm. Darauf folgend sind die M- (Medium) und L- (Long) Zapfen zuständig für mittlere und lange Wellenlängen. Tatsächlich ist es selten der Fall, dass Menschen unter einer Blaublindheit oder Blauschwäche leiden. Das liegt unter anderem daran, dass die M- und L- Zapfen 92% der gesamten Zapfen ausmachen, unsere zum Blau-Sehen benötigten S-Zapfen nur die restlichen 8%.

 

Aber was ich zeigen möchte, ist alles andere als objektiv....

 

Also habe ich mich auf die Suche nach einem anderen Zugang zum Blau gemacht. Aus Gewohnheit nehme ich das Blau zuerst nur mit den Augen wahr. Aber nun blicke ich mal über den Tellerrand und hin zu meinen anderen Sinnen. Wie riecht Blau? Wie schmeckt Blau? Kann ich Blau hören? Weil nur mein Eindruck mir an dieser Stelle nicht genug ist, habe ich den verschiedenen Menschen innerhalb
und außerhalb meines Umfeldes diese Fragen ebenfalls gestellt.

 

Es scheint, als haben alle Befragten auf irgendeine Weise aus Erfahrung gesprochen. Aus Erinnerungen, Erlebtem. Das ist mir zum Beispiel bei der Aussage von Mira vor Augen geführt worden: „Blau klingt wie die D-Saite auf der Gitarre. Nicht hoch, nicht tief, aber vielseitig spielbar“. Dieser Vergleich ist so klar formuliert, dass er völlig natürlich und verständlich scheint. Hier zeigt sich also, dass Erfahrung, Neigungen und Persönlichkeit in der Interpretation und Assoziation immer eine Rolle spielen.

 

Solange ich noch nicht genau wusste, wohin die Reise gehen soll, habe ich einfach alles gesammelt, was mir u?ber den Weg gelaufen ist. Dudeneinträge, Wörter, Reime, Redewendungen,Begriffe, Künstler, Epochen, Logos, Marken, Eindrücke, Gefühle. Aus dieser Fülle konnte ich in der Produktion dann schöpfen.

 


Der rote Faden und die verschiedenen Perspektiven

 

Aquarell, Bleistift, Acryl, Öl, Linien, Striche, Flächen. Wie zeige ich „mein Blau“? Wie kann ich veranschaulichen, wie vielfältig, tiefgründig und mehrschichtig Blau für mich ist? Was macht Blau für mich aus? All diese Fragen und noch viele weitere habe ich mir während des Prozesses des Sammelwerkes gestellt.

 

Um meinen Gedankenfluss beziehungsweise die vielen kleinen Gedankenwellen dem Betrachter etwas einfacher und strukturierter näher zu bringen, baue ich von Seite zu Seite kleine Verbindungen auf. Manche sind klar und deutlich, andere abstrakter und schwerer zu fassen. Der Mensch ist von Natur aus ein Entdecker. Diese Regung will ich mir zu Nutze machen, spreche mit verschiedenen Stilen unterschiedliche Leute an und lade sie auf meine Expedition ins Blaue ein. 

 

Wer sich auf diese Reise ins Blaue einlässt und Verstand und Vorstellungskraft öffnet, dem werden neue Wege und Zugänge, Verbindungen und Brücken im Reich des Blau gezeigt.

 

 

Gewonnenes bei dem Projekt und kopfstand

 

Die Zeit und die Menschen bei kopfstand zeigten mir, um Ecken zu denken und sich in andere hineinzuversetzen, Strukturen zu schaffen und konsequent das Ziel im Blick zu haben.

 

Eine Fahrt ins Blaue, ohne Regenschauer.


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